Homeschooling 

Was bedeutet Homeschooling?

Homeschooling ist in Deutschland nur in Ausnahmefällen erlaubt. Es bedeutet, dass Kinder zuhause unterrichtet werden, entweder durch Eltern oder Lehrpersonen. Die Schulpflicht in Deutschland spricht aber gegen Heimunterricht.

Homeschooling ist lediglich ein moderner Begriff für Heimunterricht. Die Kinder werden bei dieser Form des Lernens in den eigenen vier Wänden unterrichtet. Ob dies durch die Eltern oder eine Lehrkraft stattfindet, ist die Entscheidung der Eltern. Die Struktur dieser Unterrichtsform kann sehr unterschiedlich aussehen. Es ist möglich, dass das Homeschooling wie der Unterricht in der Schule strukturiert ist. Bis hin zum Unschooling gibt es diverse Formen des Heimunterrichts.
In der Vergangenheit war der Hausunterricht durchaus üblich. In Kreisen höheren gesellschaftlichen Standes, wurden die Kinder in der Regel zuhause unterrichtet. Als Lehrkräfte wurden Akademiker ohne Arbeit eingestellt. Diese Hauslehrer – oder in Königshäusern Hofmeister – wurden bis zum 19. Jahrhundert eingesetzt.
Ob Homeschooling grundsätzlich in Frage kommt hängt davon ab, ob in einem Land Schulpflicht oder Bildungspflicht besteht. Bildungspflicht bedeutet, dass die Kinder nicht zwingend an den Besuch einer Schule gebunden sind. Das Wissen darf also auch zuhause vermittelt werden. Schulpflicht bedeutet, es besteht die Pflicht zum Besuch einer Schule. Homeschooling ist dann nur unter bestimmten Voraussetzungen möglich. Zu diesen Voraussetzungen zählen nach deutscher Rechtsprechung z.B., wenn ein Kind krank oder behindert ist und die Schule aus diesem Grunde nicht besuchen kann. Auch wenn die Eltern eines Schülers im Ausland arbeiten, ist Hausunterricht gestattet. Der Unterricht muss in diesen Fällen aber auch von einer examinierten Lehrkraft durchgeführt werden und muss die Anforderungen des staatlichen Lehrplanes erfüllen.
Durch die aktuelle Situation durch den COVID-19 Virus ist die Schulpflicht in Deutschland momentan ausgesetzt. Die Kinder werden zuhause mit Lernstoff versorgt und müssen diesen erarbeiten. Es werden moderne Medien genutzt, allerdings ist auch ein außergewöhnlicher Einsatz der Eltern gefragt. Deshalb ist Homeschooling momentan alltäglich geworden.

Es gibt unterschiedliche Gründe, warum Eltern auch in Deutschland Homeschooling begrüßen würden. So ist der Unterrichtsstoff zum Teil mit den Ansichten der Erziehungsberechtigten nicht vereinbar. Soziale Probleme in den Schulen sind auch oft Grund für eine Ablehnung. So kann diese Liste fortgeführt werden. Da in Deutschland aber Schulpflicht besteht, müssen sich auch diese Eltern den Gesetzesvorgaben fügen.

Argumente gegen Homeschooling

So sehr Homeschooling von manchen Eltern auch gewünscht wird, so sprechen doch einige Gründe dagegen. Im Vordergrund stehen hier Zweifel an der Entwicklung der Sozialkompetenz und der Qualität des Unterrichts durch die Eltern.

Gegner des Unterrichtes zuhause geben zu bedenken, dass den Kindern die sozialen Einflüsse in der Schule fehlen. Der Schulalltag mit gleichaltrigen Schülern fördert die Sozialkompetenz der Kinder. Schüler lernen durch die Gruppen, wie Kompromisse geschlossen oder Konflikte gelöst werden. Sie müssen ihren Platz in der Gruppe finden und sich den Regeln fügen. All diese Dinge finden beim Homeschooling nicht statt. Allerdings kann die soziale Kompetenz auch außerhalb des Heimunterrichts in gemeinschaftlichen Projekten oder in digitalen Live-Konferenzen bzw. Arbeitsgruppen gefördert werden.

Des Weiteren werden auch die Fähigkeiten der Eltern angezweifelt. Sind diese wirklich in der Lage, dass Kind ausreichend zu unterrichten? Reicht die die pädagogische Kompetenz der Eltern aus?

Ein weiterer Aspekt der Homeschooling-Gegner ist der fehlende Bezug der Kinder zur Außenwelt. Wird ein Kind tagtäglich nur die Eltern geprägt, weiß es nicht, was im Schulalltag anderer Kinder passiert. Es spielt keine Rolle, ob das Zuhause streng religiöse oder sehr offen alternativ ist. Die Schüler sehen ausschließlich die heimische Welt und kennen nichts Anderes. Was passiert, wenn diese Kinder als Erwachsene in die reale Welt entlassen werden? Fachleute befürchten große Probleme damit, sich in die pluralistische Gesellschaft zu integrieren.

Argumente für Homeschooling

Befürworter des Homeschoolings sind der Meinung, dass der Unterricht zuhause besser auf den Schüler angepasst werden kann. Die Persönlichkeit und die Bedürfnisse des Kindes können so optimal gefördert werden.

Es gibt nicht nur Gegner des Heimunterrichts, sondern auch Befürworter. Zwar steht hier in Deutschland Homeschooling nur in Ausnahmefällen zur Debatte, aber dennoch existieren Meinungen. Fürsprecher halten das staatliche Schulsystem und den Unterricht für zu starr. Der Lehrstoff sei zu theoretisch und würde nicht auf die Lebenswirklichkeit der Schüler vorbereiten. Im Rahmen des Heimunterrichtes könne dieses Manko berücksichtigt werden.
Als Beispiel lässt sich der Erfolg von Fremdsprachenunterricht anführen. Verbringen Schüler zwei bis drei Wochen in einer Gastfamilie, bringt das mehr Fortschritt, als monatelanger Schulunterricht. „Echtes“ Lernen ist demnach effektiver. In den Schulen können Lehrkräfte kaum auf einzelne Schüler eingehen. Auch das ist ein großer Nachteil. Homeschooling gewährleistet Individualität und intensive Betreuung des Schülers.
Dem Heimunterricht soll auch die besondere Bindung zwischen Eltern und Kind zu Gute kommen. Ein weiterer Grund dafür, dass Homeschooling gewünscht wird, sind familiäre Besonderheiten. Familien, die streng religiös leben, würden diese Art des Unterrichts oft bevorzugen. Auch sehr alternative Elternhäuser würden den Unterricht gern an ihre Lebensweise anpassen. Sehr große Diskussionen löst immer wieder das Thema „Sexualunterricht“ aus. Hier gehen Meinungen und Verständnis der Eltern sehr stark auseinander.

Kinder, die Zuhause unterrichtet werden, können außerdem vor Mobbing, Gewalt und psychischen Übergriffen geschützt werden.

Was kostet Homeschooling?

Es kommt auf die Art des Heimunterrichts an, wie hoch die tatsächlichen Kosten dann tatsächlich sind. Da in Deutschland Homeschooling aber noch nicht erlaubt ist, bleibt die Höhe der entstehenden Kosten abzuwarten.

Zu den Kosten für Homeschooling können wir in Deutschland noch gar nicht viel sagen. Durch die Schulpflicht, kommt der Unterricht daheim hier kaum in Frage. Allerdings können Vergleichswerte aus Ländern angeschaut werden, in denen nur eine Bildungspflicht besteht.
Fragt man betroffene Menschen (z.B. in den USA), bewegen sich Kosten von Null bis zu einigen Tausend Dollar. Unterrichten Eltern beispielsweise selbst, kostet das ja nichts zusätzlich. Sie müssen allerdings erheblich mehr „Arbeitsleistung“ bringen. Entstehen Defizite beim Homeschooling, können Schüler für unabhängige Studien angemeldet werden. Dadurch entstehen natürlich zusätzliche Kosten in Höhe von mehreren Hundert Dollar. Virtuelle Kurse sind ebenfalls eine etwas kostengünstigere Ergänzung.
Es gibt auch Homeschooling-Gruppen. Für diese liegen die Beiträge zwischen 100 und 1000 Dollar monatlich. Wird die Gruppe durch Freiwillige unterrichtet, sind die Mitgliedsbeiträge natürlich niedriger.

Warum ist Homeschooling in Deutschland verboten?

In Deutschland ist Homeschooling auf Grund der Schulpflicht nicht gestattet. Nur in wenigen Ausnahmefällen dürfen Kinder zuhause unterrichtet werden.

Bildungsgesetze sind von Land zu Land unterschiedlich. In einigen Ländern gibt es die Bildungspflicht, hier in Deutschland die Schulpflicht. Widersetzen sich Eltern der Schulpflicht und melden ihr Kind ab, hat dies Folgen. Es handelt sich um eine Straftat, die mit hohen Geldstrafen geahndet wird. In letzter Konsequenz ist sogar der Entzug des Sorgerechts möglich. Die Einstufungen des Verstoßes gegen die Schulpflicht sind in den Bundesländern unterschiedlich.

Es gibt auch in Deutschland Einzelfälle, in denen das Kind zuhause unterrichtet werden darf. Ist das Kind z.B. krank und kann deshalb nicht am Schulunterricht teilnehmen, kann es daheim unterrichtet werden. Eine weitere Ausnahme ist der Nachwuchs von Eltern, die beruflich viel unterwegs sind. Da das Kind in dem Falle keine feste Schule besuchen kann, ist Homeschooling gestattet.

In vielen anderen europäischen Ländern wird es anders gehandhabt. Es besteht eine Schul- oder Unterrichtspflicht. Der Unterricht ist hier nicht an einen Ort gebunden. Ob er also in einer Schule oder zuhause stattfindet, spielt keine Rolle. Im Homeschooling können Kinder ihren Interessen entsprechend unterrichtet werden. Der Heimunterricht ist individuell und an das Kind angepasst.

Wo ist Homeschooling erlaubt?

Homeschooling ist sehr verbreitet. Voraussetzung ist allerdings, dass in einem Land nur Unterrichts- oder Bildungspflicht besteht. Bei Schulpflicht ist Heimunterricht nur in wenigen Ausnahmefällen zulässig. Aber auch in Ländern, in denen Homeschooling erlaubt ist, sind die Bestimmung zur Durchführung ganz unterschiedlich. Die einzelnen Bedingungen für Homeschooling weichen stark voneinander ab.

Schüler, die in Österreich zuhause unterrichtet werden, müssen sich streng am staatlichen Lehrplan orientieren. Der Wissensstand wird regelmäßig überprüft bzw. geprüft. Besteht ein Heimschüler diese Prüfung nicht, ist er zum Besuch einer Schule verpflichtet.
Auch hier ist Homeschooling erlaubt, dieses aber auch am staatlichen Lehrplan orientiert.
In der Schweiz unterscheiden sich die Bedingungen von Kanton zu Kanton. Betroffene Eltern müssen sich also immer direkt in ihrem Kanton erkundigen.
In diesen beiden Ländern wird Eltern im Bereich Homeschooling sehr viel Freiheit gewährt.
Es war in Holland so, dass Heimunterricht erlaubt ist, wenn der Schulweg sehr umständlich oder die Entfernung zur Schule zu groß ist. Diesbezüglich soll es aktuell aber einige Änderungen gegeben haben.
In diesen beiden Ländern ist Homeschooling sowohl legal, wie auch sehr weit verbreitet
Auch in Frankreich ist Heimunterricht erlaubt. Die Schüler müssen sich einer jährlichen Leistungsprüfung unterziehen. Es gibt eine Vorgabeliste. Dort ist aufgeführt, was ein Schüler mit 16 Jahren beherrschen muss.

Auch hier ist Homeschooling unter ähnlichen Voraussetzungen wie in Österreich erlaubt.

Heimunterricht ist in diesen Ländern erlaubt. Die Schulbehörden überwachen das Homeschooling. Die Schüler werden durch die betreuende Schule geprüft und über diese wird auch der Abschluss erzielt.
In Island dürfen Eltern Homeschooling durchführen, die eine Lehrerausbildung absolviert haben.

Hier ist Homeschooling erlaubt. Die einzelnen Bedingungen sind wiederum sehr unterschiedlich.

Hier gehört Homeschooling als fester Bestandteil zum Schulalltag. Allerdings sind die Rahmenbedingungen von Bundesstaat zu Bundesstaat recht unterschiedlich.

Wie funktioniert Homeschooling?

Homeschooling kann viele Gesichter haben. Der Unterricht kann durch Eltern, private Lehrkräfte, in Gruppen oder online stattfinden. Hierbei werden Kinder individuell gefördert.

Es gibt natürlich unterschiedliche Methoden, den Heimunterricht durchzuführen. Es können Lehrkräfte eingestellt werden, um das Kind zu unterrichten. Auch Eltern nehmen diese Aufgabe teilweise wahr. In den USA werden teilweise Lerngruppen gebildet, um die Kosten zu senken. Teilweise wird der Heimunterricht auch schon online durchgeführt. Hierfür werden moderne Medien genutzt und Programme wie beispielsweise Skype. Der Wunsch nach Homeschooling wird immer präsenter. Durch Probleme in öffentlichen Schulen in Form von Mobbing, Gewalt oder schlechten Bildungsergebnissen, möchten Eltern ihre Kinder lieb daheim unterrichten. Besonders streng religiöse Familien missbilligen einige Unterrichtsfächer, wie z.B. Sexualkunde oder die Evolutionstheorie.
Ein weiterer Vorteil des Heimunterrichts soll sein, dass der Lernstoff sowohl dem Entwicklungsstand, wie auch den Interessen des Kindes, individuell angepasst werden kann. Die Schüler sollen so stressfreier und optimal gefördert auf die Zukunft vorbereitet werden.

Natürlich gibt es Heimunterricht, der sich streng an den Lehrplänen der öffentlichen Schulen orientiert. Hierbei werden Schulbücher und Arbeitsthemen der gesetzlichen Vorgaben genutzt. Eltern können aber auch Interessensfächer ihrer Kinder hinzunehmen. So ist es nicht unüblich, dass auch Werkarbeiten, Musik oder diverse Sportarten hinzugenommen werden. Als Entspannung zwischen den anstrengenden theoretischen Unterrichtsstunden, wirkt das Wunder. Religiöse Familien können ihre Glaubensgrundsätze im Rahmen des Homeschoolings weitergeben.
Es gibt besonders sensible Kinder, die durch das Leben an öffentlichen Schulen sozial überfordert wären. Der Kampf um Rangfolgen in Gruppen oder die Durchsetzung eigener Interessen sind für diese Schüler unüberwindbare Hürden. In der Geborgenheit des eigenen Zuhauses in der Obhut der Eltern fühlen sich diese Kids einfach sicherer.

Zusammenfassend: Anhand der Zahlen ist erkenntlich, dass in den USA Homeschooling ein beliebtes Schulkonzept ist. Eine gute Entwicklung der Lehrmaterialien und –medien versetzt die Eltern in die Lage, den Heimunterricht optimal durchzuführen. Die Überprüfung der Schüler ist in den einzelnen Bundesstaaten sehr unterschiedlich.

In den USA besteht – anders als hier in Deutschland – eine Bildungspflicht. Das bedeutet, dass die Kinder nicht verpflichtet sind, eine Schule zu besuchen. Sie müssen lediglich bis zu einem bestimmten Alter unterrichtet werden. Demnach ist in den USA Homeschooling erlaubt und an der Tagesordnung. Der Trend zum Homeschooling hat sich in den 80er Jahren entwickelt. Eltern waren tendenziell immer unzufriedener mit dem Schulsystem. Grund für diese Entwicklung waren zum einen pädagogische Gründe. Aber auch die Inhalte der staatlichen Lehrpläne waren zum Teil ausschlaggebend. Sehr religiöse Familien kamen und kommen mit diesen Inhalten oft auch nicht zurecht.

Heimunterricht – Bildungsfreiheit

Zu Beginn dieser Entwicklung gab es einige Hürden zu nehmen. Immer wieder diskutierten Rechts- und Schulvertreter. Auch interessierte Eltern wurden immer wieder einbezogen. Inzwischen ist Homeschooling überall in Amerika erlaubt. Im Jahre 2012 bekamen 3 % der Schüler Heimunterricht. Betroffene Eltern geben zumeist religiöse oder moralische Gründe für ihre Entscheidung an. In den USA werden auch zunehmend Online-Unterrichtsmodelle genutzt.
Die Richtlinien für Homeschooling sind von Bundesstaat zu Bundesstaat unterschiedlich. Zum Teil müssen diese Schüler gemeldet werden, teilweise aber auch nicht. Manchmal müssen die Eltern eine Mindest-Schulausbildung nachweisen. Zwei der amerikanischen Bundesstaaten überprüfen zudem das Strafregister der unterrichtenden Eltern. Meistens wird ein gewisser Lehrplan vorgegeben. In regelmäßigen Tests wird überprüft, ob der Lehrstoff ausreichend vermittelt wurde. 22 Bundesstaaten verzichten auf eine Überprüfung der Schüler. Einige Bundesstaaten knüpfen eine Impfpflicht an die Wissensüberprüfungen.
Bestens versorgt
In den USA ist ein weiterer Vorteil, dass sich der Schulbuchmarkt angepasst hat. Das Lehrmaterial wurde inzwischen so konzipiert, dass auch durch ungeschulte Kräfte effektiv unterrichtet werden kann. Durch die Optimierung der Unterrichtsmedien werden Eltern in Amerika bestens unterstützt. Des Weiteren haben sich in den USA auch Lerngruppen gebildet, durch die die Kosten für das Homeschooling erheblich gesenkt werden können.

Zusammenfassend: In Österreich gehört Homeschooling ebenfalls zum Schulalltag, allerdings gibt es einheitlichere Regelungen, als es zum Beispiel in Amerika der Fall ist. Es liegen klare Vorgaben für den Unterricht und die daran gekoppelten Prüfungen vor.

In Österreich gilt die Unterrichtspflicht. Erziehungsberechtigte sind also lediglich verpflichtet, dem Kind Bildung zukommen zu lassen. Zum Schulbesuch sind die Kids nicht verpflichtet. Auch die Form des Unterrichts liegt in der Entscheidung der Eltern. Eine Besonderheit ist hier, dass Lehrer, die für den Heimunterricht eingesetzt werden, keinen Nachweis über ihre Fähigkeit vorlegen müssen. Eltern ist es ebenfalls gestattet, ihre Kinder zu unterrichten. Homeschooling muss in Österreich vor Schuljahresbeginn bei der Bildungsdirektion gemeldet werden. Hat diese Zweifel an der Gleichwertigkeit des Heimunterrichts, kann dieser innerhalb von vier Wochen untersagt werden. Ist dies der Fall, können betroffene Eltern Widerspruch einlegen.

Lehrstoff und Prüfungen

Der Heimunterricht muss sich natürlich an den Lehrplänen der öffentlichen Schulen orientieren. Jeweils am Ende des Schuljahres wird durch Prüfungen der Stand eines Homeschooling-Schülers überprüft. Die Externisten-Prüfung findet an einer öffentlichen Schule statt. Werden Defizite festgestellt, unterliegt der betreffende Schüler der Schulpflicht. Besuchen Kinder eine private Schule, die nicht an das Öffentlichkeitsrecht gebunden ist, gelten die gleichen Prüfungsbedingungen, wie beim Homeschooling. Auch diese Prüflinge erhalten ein Zeugnis, das das Bestehen der Prüfung bescheinigt.

Die Externisten-Prüfung

Das Gesetz regelt zwar in Österreich nicht, ob eine Externisten-Prüfung auch wiederholt werden darf. Allerdings hat das Bundesverwaltungsgericht entschieden, dass Wiederholungen möglich sind. In der Regel absolvieren die Schüler die Prüfung allein. Nur in Einzelfällen dürfen sie durch eine Begleitperson oder einen Elternteil begleitet werden. Die Prüfung ist nicht öffentlich und die Prüfungsvorbereitung ist jedem selbstüberlassen. Um den Abschluss nachzuweisen, muss das Prüfungszeugnis an das Referat für Externistenangelegenheiten weitergeleitet werden. Alle Regelungen bezüglich des Homeschoolings werden durch die Bildungsdirektionen im jeweiligen Bundesland umgesetzt. Die Prüfungsschule kann aus der vorhandenen Liste frei gewählt werden. Die Vergabe der Prüfungstermine findet individuell statt. 

Für die Erlangung der Hochschulreife sind wiederum spezielle Vorgaben zu beachten. Hierfür ist zum einen die Zulassungsprüfung und zum anderen die Hauptprüfung zu absolvieren. Zulassungsvoraussetzung ist der Abschluss der 8. Schulstufe. Schüler melden sich für diese Prüfung an und erhält dann eine Anmeldebestätigung. Die Prüfung ist gebührenpflichtig.

Erfahrungen mit Homeschooling

In Deutschland gibt es nicht viele Erfahrungen mit dem Homeschooling. Dennoch ist es vielleicht interessant, gerade vor dem Hintergrund der aktuellen Situation, mehr darüber zu erfahren. Es muss klar sein, dass sich der Alltag gravierend ändert. Die Umstellung des täglichen Ablaufs ist keinesfalls schnell umzusetzen. Für Eltern macht es Sinn, gelassen zu bleiben und den Plan immer wieder anzupassen.

Es wird als angenehm empfunden, dass der morgendliche Stress in der Familie wegfällt. Allerdings muss die Familie auch selbständig neue Routinen aufbauen und den Unterricht planen. Die Familie sollte sich zusammensetzen und den Schulungsplan besprechen. Eltern können natürlich auf ihr Kind individuell eingehen. Die einen Schüler arbeiten gern und selbständig, andere brauchen konsequente Führung. Dies stellt sich in der Umstellungsphase schnell heraus.
Es gilt auch herauszufinden, was funktioniert und wo es der Änderung bedarf. Vielleicht bietet das gemeinsame Frühstück eine gute Gelegenheit, die Unterrichtsphasen zu planen. Die Länge des Unterrichts kann natürlich auch dem Lehrplan angepasst werden. Vor Prüfungen können z.B. längere Lernphasen eingeplant werden. Wichtig ist auch, dass der Lernplan und die Unterrichtszeiten eingehalten werden.
Wenn aus wichtigen Gründen einmal etwas dazwischenkommt, sollten die Eltern den Kindern den Grund für den Unterrichtsausfall mitteilen. Dabei geht es um die Zuverlässigkeit. Sehr aufwendig ist auch das Anpassen der Wohnung. Es müssen ausreichend Arbeitsplätze eingerichtet werden. Diese sollten den neuen Anforderungen gerecht werden.

Homeschooling für Autisten

Homeschooling für Autisten ist eine sehr sinnvolle Sache, da sich der Unterricht voll nach den Bedürfnissen des Kindes richten kann. Allerdings ist es vielen Eltern nicht möglich, dies finanziell zu bewerkstelligen. In diesen Fällen gilt es, den Schulunterricht so gut wie möglich anzupassen.

Eltern von autistischen Kindern sehen es oft so, dass ihr Kind in einer öffentlichen Schule nicht optimal versorgt wird. Lehrpläne und Unterricht sind auf nicht-autistische Kinder ausgelegt. Betroffene Eltern sehen sich in vielen Fällen sogar gezwungen, ihre Kinder zuhause zu unterrichten. Es entsteht der Eindruck, dass Schulämter so wenig auf die besondere Situation eingehen, dass das seelische Wohl des Kindes gefährdet ist.
Schulen für stark lernbehinderte Kinder könnten da schon eher etwas für die autistischen Kinder tun, aber öffentliche Schulen sehen sich oftmals nicht in der Lage dazu. Teilweise steht auch die Angst im Raum, dass der Notendurchschnitt den Erwartungen nicht entspricht.
Homeschooling kann eine sehr gute Lösung für diese Kinder sein, allerdings müssen die Eltern dann mit den Kosten dieses Unterrichts klarkommen. Das Schulamt steht hier dann nicht mehr in der Pflicht. Durch Homeschooling kann der Unterricht individuell und optimal an das Kind angepasst werden. Es wird gefördert und die Notwendigkeit erhöhter Pausenzeiten kann berücksichtigt werden. Eltern, denen es finanziell nicht möglich ist, Heimunterricht durchzuführen, müssen sich auf einen harten Kampf gefasst machen.
Mit viel Glück erreichen betroffene Eltern, dass verkürzte Unterrichtszeiten akzeptiert werden und ein persönlicher Betreuer vor Ort eingesetzt. Zum Teil können auch finanzielle Zuschüsse für diese besondere Situation in Anspruch genommen werden.
Eine vollständige Schulausbildung ist für autistische Kinder eigentlich nur durch einen individuellen Heimunterricht gewährleistet. Da sich der Großteil der Eltern das aber nicht leisten kann, kommt wohl meistens nur ein reduzierter Unterricht in einer öffentlichen Schule in Betracht.

Homeschooling für Hochbegabte

In puncto Homeschooling für Hochbegabte sind Eltern in Deutschland die Hände gebunden. Durch die Schulpflicht können lediglich Aktivitäten und Lerneinheiten außerhalb der Schulzeit organisiert werden.

Hochbegabte Kinder bedürfen der besonderen Förderung. Betroffene Eltern sind mit der schulischen Betreuung deshalb oft nicht einverstanden. Homeschooling würde eine sehr gute Alternative bieten, ist aber in Deutschland nicht erlaubt. Da in Deutschland Schulpflicht besteht, müssen Kinder eine Schule besuchen. In Österreich sieht das anders aus, denn dort besteht nur Unterrichtspflicht. In unserem Land ist dann eher eine Überlegung, ob die Kinder durch Heimunterricht außerhalb der normalen Schulzeiten gefördert werden.
Hochbegabte Kinder brauchen immer wieder neue Anreize und Herausforderungen. Aus diesem Grunde ist eine individuelle Lernbetreuung empfehlenswert. In der Schule sind die Förderungsmöglichkeiten eher begrenzt. So können hochbegabte Kinder eine oder mehrere Klassen überspringen. Schulen bieten zum Teil auch spezielle Fördermaßnahmen für diese Kinder an. Eltern sollten dann aber schauen, ob diese Fördermaßnahmen auch für ihr Kind geeignet sind.
Ist ein solches Kind unterfordert, können die Eltern sich für Homeschooling entscheiden. So kann das Kind individuell gefördert werden. Neben dem Schulunterricht können einzeln Lerneinheiten zuhause durchgeführt werden. Es gibt auch spezielle Kurse für hochbegabte Kinder. Hier können sie unter ihresgleichen vielfältig und angemessen gefördert werden. Eltern kennen ihre Kinder sehr gut. Deshalb können sie auch selbst Unterrichtseinheiten im eigenen Heim organisieren. Ebenso eignen sich Ausflüge in Museen oder gute Literatur dazu, die Entwicklung des Kindes zu unterstützen.

Homeschooling Online

Homeschooling online erfreut sich immer größerer Beliebtheit. Kinder werden durch diese Unterrichtsform – und sei es nur für Nachhilfe – individuell gefördert. Ohne viel Aufwand und ohne große Kosten erhalten die Kids gute pädagogische Betreuung.

Homeschooling muss nicht zwangsläufig persönlich stattfinden. Diese Form des Lernens ist in Deutschland bisher leider nur als Nachhilfe nutzbar. Die Schulpflicht verpflichtet Kinder zum Besuch einer Schule. Ansonsten wäre Online-Unterricht auch eine gute Alternative zum Schulunterricht.

In der Regel wird Online-Unterricht über ein Computerprogramm, wie z.B. Skype durchgeführt. Der Schüler ist darüber mit dem Lehrer verbunden. Die beiden können sich sehen und miteinander reden. Der Lehrstoff wird dem Kind vermittelt, wobei durch den direkten Kontakt ein Austausch möglich ist. Der Schüler kann also Fragen stellen, zusätzliche Erklärungen anfordern oder Bemerkungen machen. Es handelt sich um einen Echtzeit-Kontakt. Die Lehrkraft macht meistens Notizen zum Ablauf und Inhalt der Stunde. Diese werden in einem digitalen Dokument gespeichert und dem Schüler zur Verfügung gestellt. Im Nachhinein kann dieses Dokument für Wiederholungen oder Übungen genutzt werden. Auf diese Weise haben auch Eltern einen Überblick, was das Kind im Homeschooling gelernt hat.

Teilweise gibt es auch schon Online-Lerngruppen. Die teilnehmenden Schüler und der Lehrer sind in einer Konferenzschaltung verbunden. Sie absolvieren den Unterricht gemeinsam. So kann auch ein Austausch zwischen den Schülern stattfinden.
In Zeiten von Corona hat Homeschooling eine größere Bedeutung bekommen. Schüler müssen zuhause lernen. Sie stehen mit Lehrern in Kontakt, zumeist aber per E-Mail. Zusätzlich haben sich auch hier kleinere Lerngruppen gebildet, sei es über Skype, Zoom oder WhatsApp. Das Lernen in dieser Krise gibt einen kleinen Eindruck davon, wie Heimunterricht aussehen kann.