Wie sinnvoll ist ein Smartphone-Verbot an Schulen?

Frankreich ist der Vorreiter in Sachen Smartphone-Verbot an Schulen. Seit Herbst 2018 ist es dort gesetzlich verboten, internetfähige Geräte an Schule zu benutzen. Diese Bestimmung sorgt auch in anderen Ländern für Diskussionen.

Frankreich ist der Vorreiter in Sachen Smartphone-Verbot an Schulen. Seit Herbst 2018 ist es dort gesetzlich verboten, internetfähige Geräte an Schule zu benutzen. Diese Bestimmung sorgt auch in anderen Ländern für Diskussionen.

Für die Jugend von heute ist der alltägliche Umgang mit dem Smartphone selbstverständlich. Nahezu 100 Prozent der Jugendlichen besitzen ein eigenes Handy. Die Nutzung ist kein Vergleich zu früheren Zeiten. Es wird ganz selbstverständlich gesurft, ohne Angst, dass zusätzliche Kosten entstehen. Besonders beliebt sind soziale Netzwerke, Videoplattformen oder der Erhalt von Informationen. Auch Handyspiele erfreuen sich großer Beliebtheit. Da die Smartphones zum normalen Alltag gehören, finden sie natürlich auch den Weg in die Schule. Dort verbringen die Kids einen Großteil ihrer Zeit und möchten weder den Luxus des Smartphones, noch ihre sozialen Kontakte missen.

Lenken Smartphones die Schüler ab? Macht es Sinn, dass die Handys zum Inventar der Schultasche gehören? Können die Geräte sinnvoll für den Schulalltag genutzt werden? Zu diesem Thema gibt es natürlich zahlreiche Argumente auf beiden Seiten.

Das spricht gegen Smartphones an Schulen

Die Ablenkung ist wohl das Hauptargument der Smartphone-Gegner. Die Kids werden verführt, auch während es Unterrichts ihre Nachrichten, Facebook oder den Spielstand zu checken. Durch die Unkonzentriertheit beachten die Schüler ihren Lehrer weniger und es kommt zu Aufmerksamkeitsdefiziten.

Smartphones werden gern als Spickzettel-Ersatz genutzt. Unauffällig kommen unsere Kinder an wichtige Informationen für Tests oder Klausuren. Die Lehrer haben kaum eine Chance, alle Schummeleien aufzudecken.

Werfen wir einen Blick auf den Schulhof zur Pausenzeit, sehen wir fast nur Schüler mit Smartphone, tief in einer virtuellen Welt versunken. Echte Kommunikation findet kaum noch statt. Nachteilig ist außerdem, dass Kinder, die keine aktuelles Smartphone haben, von ihren Mitschülern gemobbt werden. Ganz schlecht geht es Kids, die gar kein Handy besitzen. Sie sind dem Spott ihrer Schulkameraden ausgesetzt. Als weiteres Gegenargument kommt das Cyber-Mobbing ins Spiel. Durch Smartphones in der Schule können Kinder, die zum Opfer geworden sind, durchgängig traktiert werden.

Fotos, die auf Facebook oder Instagram hochgeladen werden, sind oft bearbeitet und entsprechen nicht mehr der Realität. Den Kindern wird eine Scheinwelt präsentiert. Durch ein Handyverbot an Schulen wären sie gezwungen, sich mit der Realität auseinanderzusetzen. Auch wenn es bei manchen Jugendlichen regelrechte Entzugserscheinungen auslöst, würde ein Smartphone-Verbot an Schulen zeigen, dass es auch mal ohne geht. Man muss nicht immer erreichbar sein.

Das spricht für Smartphones an Schulen

Es ist durchaus an der Tagesordnung, dass es Schulen an technischer Ausrüstung fehlt. Die Smartphones der Schüler könnten sinnvoll in den Unterricht integriert werden. Zur Recherche und Informationsbeschaffung sind Handys wirklich nützlich. Ein weiteres Plus ist, dass die Kinder lernen, mit modernen Medien umzugehen. Ihnen kann die Nutzungsvielfalt des Smartphones vermittelt werden. Die Sensibilisierung für den Umgang mit privaten Daten kann ebenfalls durch die Lehrkräfte erfolgen.

Diskussionen über den Umgang mit dem Handy können die Denkleistung der Schüler verbessern. Sie lernen, Dinge aktiv zu betrachten und zu hinterfragen, vielleicht auch vor einem kritischen Hintergrund. Wird das Smartphone in den Unterricht eingebunden, empfinden die Kids mehr Spaß am Lernen. Die Motivation wird gesteigert. Ein Verbot kann auch nach hinten losgehen. Die Smartphones würden in den Pausen und auch heimlich im Unterricht extrem genutzt.

Für die Lehrkraft wird die Kontrolle über die Smartphone-Nutzung einfacher, wenn es in den Unterricht integriert ist. Dann liegen die Geräte nämlich gut sichtbar auf den Tischen und die Nutzung ist überschaubar. Es ist kein Geheimnis, dass die Digitalisierung immer mehr Einfluss auf unser Leben und unseren Alltag hat. Deshalb ist der Unterricht unter Einbeziehung des Smartphones zeitgemäß und modern.

Fazit:

Es ist nicht möglich, eine klare Entscheidung für oder gegen Smartphones an Schulen zu treffen. Ein Smartphone-Verbot an Schulen kann negative und positive Auswirkungen haben. Klar ist aber, dass die Schüler es als motivierender und spannender empfinden würden, wenn ihr heißgeliebtes Handy in den Unterricht einbezogen wird.

Es bleibt also abzuwarten, in welchen Ländern das Smartphone-Verbot an Schulen gesetzlich verankert wird.