Ursachen für Schwierigkeiten in Mathematik

Warum verlieren so viele Schüler den Anschluss in Mathe in der Schule? Um in Mathematik erfolgreich zu sein ist es erforderlich, dass jeder Schüler über einen gewissen Werkzeugkasten an Strategien verfügt. Doch nicht immer sind mentale Voraussetzungen die Ursache. In vielen Fällen liegen die Gründe wesentlich tiefer.

Für die Unterscheidung sind 3 verschiedene Gruppen sinnvoll.

  1. didaktische Ursachen (z.B. Lehrmethoden)
  2. psychologische Ursachen (z.B. Motivationsprobleme)
  3. körperliche bzw. neurologische Faktoren (z.B. Probleme mit den Augen)

1. Didaktische Ursachen

Zu den didaktischen Ursachen zählt die gute oder schlechte Qualität des Unterrichts. Auch die Ausbildung der Lehrkraft und die Interaktion mit den jungen Menschen sind entscheidend. Themen wie Unterrichtskonzepte, Lehrbücher und der Umgang mit Unterrichtsmaterial sind immerwieder in aller Munde. Oftmals fehlt es an der richtigen Mischung von älteren und neuen Medien, die den Unterricht beleben. Die Sprache und Gespräche auf der Meta-Ebene (z.B. Elterngespräche – Gespräche mit zeitlicher und örtlicher Distanz zu einem Konflikt). Ein weitere entscheidender Punkt ist natürlich das klassenspezifische Umfeld und die Schülerinnen und Schüler untereinander. (Vgl. Klewit/ Köhnk/ Schipper 2008, S. 12)

2. Psychologische Ursachen

Viele Eltern kennen das Problem, wenn der Nachwuchs mit einer Null-Bock-Einstellung in den Schultag startet. Dabei mangelt es hier an Lernmotivation und -willen. Unterschiedliche Fähigkeiten, Interessen und Wissensstände spielen eine bedeutende Rolle. Vielleicht hatte das Kind auch mehrere Misserfolge und konnte nach dem Erlebten keinen neuen Mut fassen. Die eigene innere Einstellung oder Glaubenssätze von zuhause können ausschlaggebend sein – “Wir waren eh nie gut in Mathe.” oder “Ich bin halt kein Mathe-Ass, wie mein Bruder …”. (Vgl. Johnsen/Natas 2019, S. 411)
Ein weiterer Faktor stellen die sozialen Bedingungen und das familiäre Umfeld dar. Überbehütung, Vernachlässigung, Scheidung, Konkurrenz zwischen Geschwistern, Sprachprobleme, wenige Freizeitangebote und damit verbundener mangelnder Ausgleich können Stressauslöser im häuslichen Umfeld sein. (Vgl. Klewit/ Köhnk/ Schipper 2008, S. 12)
Schlechte Lerngewohnheiten und fehlende Tagesrituale, wie ein gemeinsames Abendessen, liefern oftmals nicht die Konsistenz, die ein Heranwachsender in seinem Alltag braucht.

3. Körperliche und neurologische Faktoren

Damit ein Schüler problemlos lernen kann und ist ein normal funktionierender Körper sehr wichtig. Entscheidend dabei sind in erster Linie unsere Sinnesorgane und ein gut funktionierendes Kurzzeitgedächtnis.

Sollte eine Schülerin oder ein Schüler an irgendwelchen Einschränkungen leiden, kann das ein Grund sein, warum wichtiges Grundwissen nicht erlernt werden kann und dadurch das weitere Lernen behindert wird. 

Sehen und Hören

Sollten diese beiden Sinneskanäle eingeschränkt sein, fällt es deutlich schwerer in Büchern oder an der Tafel zu folgen. Doch auch wenn man vom Optiker oder Arzt bescheinigt bekommt das Augen und Ohren funktionieren, bedeutet das nicht, dass die Augen gut zusammenarbeiten oder dass Laute nicht richtig wahrgenommen werden(z.B. auditive Perzeption). (Vgl. Johnsen/Natas 2019, S. 412)
Empfehlung: Hier ist Fingerspitzengefühl gefragt. Beobachten Sie ihr Kind aufmerksam um Anzeichen zu erkennen und suchen Sie einen Spezialisten auf. 

Reflexe und ein unausgereiftes Nervensystem

Bei schwierigen Geburtsumständen, einer zu frühen Geburt, einer Schnellgeburt, Verwendung einer Geburtszange, einer Saugglocke oder eines Kaiserschnitts kann zu Auswirkungen auf das Skelett des kleinen Menschen haben. Dies wiederum kann zu Störungen bei der Entwicklung des Nervensystems führen. So kann es zur Behinderung der Lernfähigkeit kommen, wenn der Körper einer zusätzlichen Stressbelastung ausgesetzt bzw. das Kurzzeitgedächtnis überanstrengt ist. Diese Belastungen können durch frühkindliche Reflexe (Überlebensreflexe) ausgelöst werden. (Vgl. Johnsen/Natas 2019, S. 413)
Empfehlung: Zusammen mit einem Arzt finden Sie heraus, ob solche Reflexe noch vorhanden sind. Um diese Reflexe zu lösen, gibt es einfache Übungen, die zuhause gemacht werden können.

Literatur:

Klewitz, Gudrun/ Köhnke, Angelika/ Schipper, Wilhelm (2008): Rechenstörungen als schulische Herausforderung Handreichung zur Förderung von Kindern mit besonderen Schwierigkeiten beim Rechnen. Potsdam: G & S Druck und Medien GmbH.

Johnsen, Anne Lene/ Natas, Elin (2019): Jeder kann Mathe lernen – Für eine entspannte Schulzeit. München: Verlagsgruppe Random House.

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2019-08-07T13:27:47+00:00